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Fragen zu Mobbing

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Häufig gestellte Fragen und Antworten:

Mobbing hat – so könnte man sagen – „Tradition“. Allerdings hat das Mobbing der Vergangenheit nichts mehr mit dem heutigen Mobbing zu tun. Früher war es vielfach beispielsweise bei Kindern und Jugendlichen auf den Schulhof begrenzt und zumeist ältere SchülerInnen haben sich einen „Spaß“ gemacht.

Heute ist Mobbing ein zeitlich, räumlich und inhaltlich entgrenztes Gewaltphänomen, das in Form verbaler, körperlicher sowie seelischer Gewalt mit Absicht und Wiederholung über Monate und Jahre zu einer Hilflosigkeit des Opfers, zu massiven kognitiven und emotionalen Störungen und zu ausgeprägten Krankheitsbildern der Betroffenen und als letztem Ausweg aus dieser Ohnmacht zu Suizid führt.

Dem Mythos, dass Schulen Schuld am Mobbing sind, also mit Schuldzuschreibungen als „Sündenbockmentalität“, muss ich bei Vorträgen, Workshops und Seminaren entschieden entgegen treten.

Mobbing braucht als eine Grundvoraussetzung einen „Zwangskontext“. Das heißt, eine Gruppe, eine Klasse, eine Abteilung, zu der man „zugewiesen“ wird und aus der man nicht so einfach weggehen kann; das beginnt schon in der Familie bzw. im Kindergarten!

Aus diesem vielfach mehrjährigen Zwangskontext und der damit geformten Peergroup, kann – wenn zwischen einzelnen Personen und der Gruppe ein Machtungleichgewicht identifiziert wird – Mobbing entstehen. Das wiederum führt zu Ängsten, Schmerzen, Fehlstunden, Krankenhausaufenthalten uam.

Schulen sind also nicht schuld am Mobbing; sondern das System „Zwangskontext“, das allerdings in fast allen Bereichen unserer Gesellschaft existiert, ermöglicht Mobbing erst.

Am besten mit einer autoritativen Erziehung; d.h. „hart und herzlich“ oder „konsequent und wertschätzend“ und einer ausreichenden „Portion“ Achtsamkeit mit Zuhören, Lob, Partizipation und gemeinsamen Lösungsansätzen, damit auftretendes Mobbing schon in der „Testphase“ erkannt und Gegenmaßnahmen ergriffen werden können.

Wenn ein junger Mensch schon Opfer geworden, braucht es Eltern (und das gleiche gilt auch für PädagogInnen) die richtig reagieren. Richtig reagieren bedeutet, keine Vorwürfe zu machen und keine schnellen Reaktionen, sondern einen – ich nenne es – unaufgeregten Zugang zum Gewaltphänomen Mobbing.

Zitat eines 17jährigen mehrjährigen Mobbingopfers, auf die Frage, warum er seinen Eltern nichts davon erzählt hat: „Wenn ich es meinen Eltern erzähle, flippen die garantiert aus, machen mir als erstes Vorwürfe, rufen dann die MobberInnen-Eltern an und machen denen Vorwürfe und morgen rennen sie in die Schule und „plärren“ den Direktor und die Klassenlehrerin an und dann Hr. Ebenschweiger, dann sinkt mein Standing in der Peergroup ins Bodenlose!“

Der junge Mann hat recht; damit zerstören die Eltern die Souveränität des Jugendlichen in der Peergroup und – wenn der gruppendynamische Prozess nicht unterbrochen wird – wird es für Opfer noch schlimmer.